Was kostet MS Office wirklich?

Softmaker Office vs MS Office

Auf den Seiten des SoftMaker-Blogs findet man – völlig uneigennützig natürlich – ein kleine aber kuriose Sammlung an Eigenheiten des neuens Office 2013 von Microsoft, die – ebenfalls völlig überraschend – mit dem eigenen SoftMaker Office verglichen werden. Nun liegt mir nichts ferner als hier Werbekampagnen einzelner Softwareproduzenten zu unterstützen, aber als Systembetreuer einer Schule wird man nicht umhin können, sich demnächst mit dieser Thematik zu befassen. Hier die Highlights:

Microsoft Office 2013: Das günstigste Paket “Home & Student” kostet 139 Euro. Dafür erhalten Sie eine Lizenz statt wie bisher drei.

Tatsächlich: die Home & Student-Version, die ich bisher auch immer Kollegen empfohlen haben, konnte bislang immer auf drei unabhängigen PCs installiert werden, z.B. dem Computer im Arbeitszimmer und dem Laptop.

Der Produktschlüssel ist an Ihre Hardware gebunden. Tauschen Sie Ihren PC aus, wird Ihre Seriennummer ungültig, und Sie müssen ein neues Office kaufen.

Das muss man sich langsam auf der Zunge zergehen lassen: Fällt der PC, auf dem MS Office 2013 installiert wurde aus (warum auch immer: defekt, gestohlen, verbrannt, verloren, vom Hamster gefressen), erlischt auch die Lizenz und man darf sich ein neues MS Office kaufen.

Den ganzen Artikel samt einiger Links mit Zusatzinformationen findet man hier:
http://softmaker.de/blog/?p=484

Was das alles für den Einsatz von Microsoft-Office-Produkten an Schulen bedeutet, ist momentan noch nicht ganz klar. Zumindest wurden anscheinend die bisher recht günstigen Class-in-a-box-Pakete, die jeweils 10 Lizenzen bündelten, ersatzlos abgeschafft. Die Select- bzw. Open-Lizenzen sind deutlich teurer (letztere bei co.Tec ab 77 EUR pro Arbeitsplatz), beinhalten dafür aber ein nicht näher definiertes sogenanntes Work-at-home Recht (für Lehrkräfte? für Schüler?). Darüber hinaus besteht weiterhin der Zwang zur Online-Aktivierung, der sich – anders als z.B. beim Betriebssystem Windows 7 – auch nicht mal eben einfach per SLIC-BIOS erledigen lässt, sodass über kurz oder lang wohl wirklich ein KMS-Server oder zumindest ein passendes Tool her muss. Und alles nur, damit die Schüler ein paar Texte tippen können?
Ich persönlich bin weder mit OpenOffice noch mit Libre Office recht warm geworden, aber den Spaß, die Schullizenz von SoftMaker Office auf ein paar Laptops zu spielen, habe ich mir mal gegönnt (kostet übrigens 15 EUR – für die ganze Schule!!). Mal sehen, was auf Dauer daraus wird…

Nachtrag vom 18.02.2013:
Etwas genauer beleuchtet heise online die Thematik und weist u.a. auch auf die Mängelhaftung des Verkäufers hin, der bei einer nicht mehr funktionierenden Aktivierung nach einem Hardwarewechsel wohl den Schwarzen Peter hätte.
Bei Winfuture.de (ganz unten) findet sich ein Hinweis des MS-Pressesprechers, „dass die EULA nur in den USA die Installation von Office 2013 an einen bestimmten PC bindet“.

7 Kommentare zu "Was kostet MS Office wirklich?"

  1. Auf meinem Rechner läuft Microsoft Office 2007 in der „Home & Student“-Version, das habe ich mir damals wegen OneNote gekauft. Letztendlich hat mich OneNote dann aber doch nicht überzeugt. Daneben läuft seit einigen Jahren das Softmaker Office (inzwischen in der Version 2012 Pro). Der Rechner selber ist nicht mehr ganz taufrisch und eher (untere) Mittelklasse als High-End. Das eine Programm startet quälend langsam, manchmal auch nur mit Fehlermeldung und stürzt bei der Arbeit gerne ab, das andere startet akzeptabel flott, läuft stabil und zuverlässig – da ist die Entscheidung bei anstehenden Updates auch ohne den Preisvergelich einfach … Und da ich immer mal wieder Vorlagen nutze, die ich dereinst mit mit WordPro (Lotus SmartSuite) erstellt und nie konvertiert habe, ist auch dieses alte „Schätzchen“ immer noch einmal wieder im Einsatz – ohne Probleme.

    • Den Eindruck, dass Softmaker Office wesentlich flinker startet und reagiert als MS Office hab ich auch schon gewonnen. Spannend wird’s bei speziellen Formularen oder Makros, aber da kommen im Schüleralltag recht wenig vor. Kritischer wäre es in der Verwaltung, wo allerhand Makro-gespickte Tabellen hin- und hergeschickt werden. Aber noch sind wir ja erstmal im Schülernetz 🙂

  2. wobei mir die registerkarten in ms office doch ganz gut gefallen. one note ist auch im regen einsatz – aber das sind sachen die sich ggf. auch anders lösen lassen.
    in einem älteren test in der c´t hat softmaker bei längeren texten auch besser abgeschnitten.

    @holger: hast du bei office noch mal in den AGBs nachgelesen?

  3. Es war schon zu meiner Schulzeit mit den EDV-Kenntnissen der Lehrer recht wenig los.
    Kaum zu glauben das sich heute immer noch Lehrer mit OpenOffice schwer tun….
    Sollten doch gerade Lehrer ihren Schülern ein Vorbild sein und eine so ausgereifte und technisch mindestens gleichwertige Alternative zu dem MS-Monopol unterstützen.
    Wenn dann später im Beruf doch wieder ein MS-Office (sei es unter Windows oder auf dem Mac) auf dem Bürotisch stehen, so ist der Umstieg sicher kein Problem.
    Also liebe Lehrer nur Mut!

    • Das sehe ich auch so mit der Nutzung von OO bzw Libre und bin Lehrer, aber deinen überheblichen Einleitungssatz hättest du dir wirklich sparen können.

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