Supermagnete im Einsatz

„So kann man auch mit kleinen Sachen Lehrern eine Freude machen“…
Über 300 Seiten und der Magnet hält!Klein sind sie wirklich, die Mini-Magnete, die von der schweizer Webcraft GmbH unter der Webadresse supermagnete.de vertrieben werden. Ursprünglich wollte ich mir einen Eindruck von deren möglichen Einsatzgebieten im Unterricht machen, doch die kleinen Knopfzellen, Würfel, Ringe, Stäbchen und Kugeln rufen bei allen, die sie in die Hände bekommen, einen unglaublichen Spieltrieb hervor. Zu groß ist einfach die Verlockung, die unglaubliche Anziehungskraft auch bei dicken Gegenstände, wie z.B. massiven Marmortischplatten oder wuchtigen Folianten auszuprobieren. So kann man ganz einfach eine Gruppe erwachsener Menschen über mehrere Schulpausen mit einem Satz der Magnete beschäftigen 🙂

Die Magnete selbst bestehen – anders als ihre herkömmlichen Verwandten – nicht aus einer metallischen Legierung sondern aus einer durch Sinterung hergestellten Keramik mit Neodym-, Eisen- und Borbestandteilen. Die keramischen Eigenschaften bedingen auch einen kleinen Nachteil der Magnete: sie sind sehr spröde, so dass bei einem plötzlichen Aufprall (z.B. gegen andere Magnete bei unbedachten Experimenten) leicht einige Splitter abplatzen können. Insbesondere die dünnen Plättchen sind dadurch sehr gefährdet. Die glänzende Oberfläche wird übrigens durch einen Überzug aus Nickel erreicht, der u.a. vor einer Zersetzung durch Luftsauerstoff schützen soll.

Zurück zum Unterricht: Der Einsatz der Produkte im Physik-Unterricht liegt nahe. Mit wenigen Bauteilen (Schraube, Batterie, Drähtchen, Supermagnet) lässt sich der wohl einfachste Elektromotor der Welt bauen – die Beschreibung auf den Webseiten von supermagnete.de verspricht tatsächlich nicht zu viel.
Interessant sind u.a. auch Versuche mit Ringmagnete, die auf einem Stab mit zueinander gewandten gleichen Polen aufgefädelt werden. Die so erreichte „Federung“ ist enorm. Beeindruckend ist der Versuch, einen kleinen Stabmagneten durch eine Kupferröhre fallen zu lassen. Bedingt durch die induzierten Ströme und das sich dadurch aufbauende Magnetfeld, fällt der Supermagnet viel langsamer als erwartet.
Sehr anschaulich im Unterricht ist auch der sogenannte Flux-Detektor einzusetzen. Mit Hilfe von feinsten Nickelteilchen, eingebettet in einer gelartigen Masse, lassen sich anschaulich Magnetfelder darstellen.

Kaffeedose an der Tafel mit einem Magnet20 Blatt Papier an einem MagnetVom Physikunterricht abgesehen eignen sich die kleinen Kraftpakete hervorragend um all die Sachen an einer Tafel zu befestigen, die sonst nie gehalten hätten. Gute Erfahrungen hat ein Kollege mit dicken, laminierten Kartons gemacht, die völlig rutschsicher nur mit zwei ‚Knopfzellen‘ befestigt wurden. Mehr als zwanzig Blatt Papier lassen sich auf diese Weise sicher an Metalloberflächen pinnen. Angelspiele für die kleinsten gewinnen eine ganz andere Dimension, wenn die Magnetfische auf einmal nur so an die Angel springen 🙂

Fazit
Selten bin ich über einen Web-Shop gestolpert, der so viel nette und lehrreiche Produkte für halbwegs bezahlbares Geld liefert. Es müssen ja nicht unbedingt die zwar sehr hübschen, aber auch ins Geld gehenden Designmagnete sein. Auch die kleinen Stabmagneten für knapp 30 Cent sorgen wie oben beschrieben für viel Spaß.

Website supermagnete.de

6 Kommentare zu "Supermagnete im Einsatz"

  1. Noch eine kleine Anmerkung zum Artikel: Auf der Website haben wir es etwas undeutlich/unklar beschrieben, aber die Neodym-Magnete sind eigentlich
    schon metallisch. Der Prozess des Sintern macht aber das Endprodukt spröde wie Keramik oder Glas – es handelt sich aber nicht eigentlich um eine Keramik. Die Magnete sind – im Gegensatz zu Keramik – auch durchaus strom-leitend.
    Anmerkung per Mail von Matthias Ackermann (supermagnete.de)

  2. Auf meiner Homepage beschreibe ich unter wie man einen Bändchen-Lautsprecher baut. Dabei geht es um eine praktische Anwendung der Wechselwirkungen von elektrischem Strom und Magnetismus (Lorentz-Kraft, Rechte-Hand-Regel). Vielleicht ist das einmal als Experiment interessant.

    Gruß
    Michael Gaedtke

  3. Michael Gaedtke | 12. Mai 2006 um 9:43 | Antworten

    Die Web-Adresse sollte natürlich auch nicht geheim bleiben. Hier ist sie: http://www.michaelgaedtke.de/speaker.html

    Gruß
    Michael Gaedtke

  4. Geheim war sie auch nicht – zumindest nicht solange ich an deinem Kommentar herumgepfuscht habe und die Adresse damit irgendwie abgeschossen. Sorry!

  5. Solche Neodym-Magnete gibt es übrigens auch bei uns. Außerdem bieten wir Ferritmagnete und klassische AlNiCo-Magnete als Schulmagnete an. Beides ist sicher für Lehrer besonders interessant: Ferritmagnete etwa zum Basteln von Kühlschrankmagneten und die Schulmagnete für den Sachkunde- und Physikunterricht.

    Dr. Ulrich Meier
    Magnetladen Meier & Seiler GmbH & Co. KG
    http://www.magnetladen.de

  6. Natürlich gibt es solche Magnete auch anderswo im weltweiten Netz käuflich zu erwerben. Aber der Shop von „Supermagnete“ hat immer noch die knuffigeren Texte und Bilder zu den Produkten 🙂

Schreibe einen Kommentar zu Michael Gaedtke Antworten abbrechen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*