ASUS MyPal A632 im Test

Dass ein PocketPC mittlerweile zur Grundausstattung einer Lehrertasche gehört ist sicher in das Reich der Fabeln zu verweisen. Trotzdem scheint die Anzahl jener zu steigen, dies sich mit Hilfe dieser Hosentaschenhelferlein die Noten-, Schüler- und Unterrichtsverwaltung erleichtern möchten. Für den Kreis dieser Kollegen ist der folgende Produkttest des PocketPCs ASUS MyPal A632 mit dazugehörigem Navigationssystem gedacht.

Neues Windows für PocketPCs
A632 mit SchulfixGegenüber den bereits bekannten MyPal-PocketPCs von ASUS wird der A632 mit dem neuen Betriebssystem Windows Mobile 5.0 ausgeliefert. Dessen augenscheinlich größter Vorteil gegenüber dem Vorgänger ist sicherlich, dass es nun möglich ist, den Inhalt des Speichers auch dann zu erhalten, wenn der Akku leer ist oder gewechselt wird. Bisher war ein Versagen des PocketPC-Akkus ohne vorheriges Backup immer mit einem Datenverlust verbunden. Jetzt steht endlich für das laufende System und die Programme ein nichtflüchtiger Speicher zur Verfügung, so dass sich auch der Einsatz der bisher üblichen automatischen Backup-Software, wie etwa SmartKeeper erübrigt.
Verbesserungen in der neuen Windows Mobile-Version gibt’s auch bei den Office-Anwendungen, die der MS-Logik folgend nicht mehr Pocket Word sondern nunmehr Mobile Word, Mobile Exel, etc. heißen. Neben einigen Änderungen im Detail – Tabellen in Mobile Word können endlich angezeigt werden, jedoch unverständlicherweise nicht erstellt werden – steht nun auch auch eine mobile Version von Powerpoint zur Verfügung, die es erlaubt einfache Präsentationen auf dem PocketPC anzuzeigen, allerdings keine Möglichkeit zur Bearbeitung bietet. Für anspruchsvolle Textverarbeitung am PDA bedarf es auch weiterhin Zusatzsoftware, wie etwa Textmaker.
Die Bedienung der übrigen Anwendungen, wie etwa Lehrers Lieblingssoftware „Schulfix“, verändert sich durch das neue Betriebssystem nicht. Kleine, gewohnte Helferlein, die immer wieder als Freeware zum Download angeboten werden, funktionieren noch nicht alle unter dem neuen Windows Mobile, müssen sie doch zumeist extra angepasst werden. Ein Taskmanager zum Durchschalten durch geöffnete Programme ist mittlerweile fest im System verdrahtet und kann auch auf eine Hardwaretaste gelegt werden.

Handschmeichler mit eingebauter Antenne
A632 mit Destinator und ausgeklappter AntenneDass der A632 bereits beim Auspacken ein wenig ‚wuchtig‘ erscheint, liegt sicherlich an der in der Rückwand integrierten GPS-Antenne, die mit spitzen Fingern zur Seite ausgeklappt und dort zwecks gutem Empfang in eine möglichst horizontale Lage gedreht werden kann. Durch den aktuellen SirfIII-Chipsatz ist die Empfangsleistung gegenüber herkömmlichen GPS-Systemen deutlich verbessert. So findet der A632 selbst auf einem Tisch in einem geschlossen Raum liegend, mit einem Abstand von mehreren Metern zum nächsten Fenster noch genügend Satelliten um eine GPS-Positionsbestimmung zu starten. Die Antenne klappt bei senkrechter Haltung des PDA nach rechts auf, was dazu führt, dass der Stift an der linken hinteren Ecke eingesteckt werden muss – leichte Verrenkungen der stifthaltenden Finger für Rechtshänder sind damit vorprogrammiert. Direkt neben der Stifthalterung verbirgt sich auch der kleine Einschaltknopf, der leicht versenkt angebracht ist. Eine zusätzliche Sicherung gegen unbeabsichtigtes Einschalten ist der Hold-Schiebeschalter auf der Rückseite des Geräts.

Wege suchen und finden
Dem getesteten Bundle liegt die Navigationssoftware Destinator PN Westeuropa bei. Destinator ist bereits auf einer 1 GB-SD-Karte vorinstalliert, so dass es direkt nach dem Einschieben der Speicherkarte in den PocketPC mit der Navigation losgehen kann. Leider bedeutet diese Version der Navigationssoftware mit der Nummer 5.1.140a einen Rückschritt bei der Wegfindung. Besonders innerhalb von Ortschaften lotst Destinator den Anwender immer wieder gerne auf kleinste Nebenstraßen, obwohl parallel dazu Hauptverkehrs- oder Bundesstraßen befahrbar wären. Dabei schien dieses Problem seit der Version 5.1.65 bereits überwunden – mal wieder darf auf ein Update gehofft werden…

(Aus)Richtungswechsel
A632 mit Lautsprecher und HardwaretastenAnsonsten kann Destinator – wie viele andere Software ebenfalls – mit horizontaler Bildschirmausrichtung betrieben werden. Mit Hilfe eines Umschalte-Icons auf dem Heute-Bildschirm kann der Darstellungsmodus jederzeit verändert werden. Die Tasten neben dem großen, nach vorne abstrahlenden Lautsprecher sind bereits für den horizontalen Betrieb angeordnet. Apropos Lautsprecher: trotz seiner Größe sollten für das Abspielen von Musik doch weiterhin Kopfhörer an der unten liegenden Klinkenbuchse angeschlossen werden. Die Bass- aber auch die Höhenwiedergabe eignet sich zwar für Navigationsansagen hervorragend, fällt bei Musikwiedergabe aber deutlich ab und garantiert keinen wirklichen high-fidelen Genuss.

Er läuft und läuft und läuft
Software zur Statusanzeige beim A632Bereits beim Auspacken fällt der 1300 mAh fassende Lithium-Ionen-Akku auf, der, durch eine kleine Klappe auf der Geräterückseite versteckt, leicht vom Benutzer eingesetzt und gewechselt werden kann. Einerlei ob es am besseren Powermanagment des Betriebssystems, stromsparender Hardware oder gesteigerter Akkukapazität liegt: die „gefühlte“ Laufzeit ohne Nachtanken an der Steckdose liegt bei stetem Einsatz im komfortablen Mehrtagesbereich. Zum Laden muss der A632 ans USB-Verbindungskabel angeschlossen werden, in das wiederum der Stecker des Ladegeräts gestöpselt wird. Ein Cradle liegt nicht bei, so dass auch die Synchronisation mit dem Desktop-PC immer auf dem Schreibtisch liegend stattfindet – schade eigentlich, hat man sich an das Tippen am stehend gelagerten PocketPC doch bei den Vorgängermodellen gerade erst angewöhnt.

PDA mobil
Für die mobile Nutzung im Auto liegt dem ASUS-Bundle ein Bordspannungsadapter bei, der zum Laden des Akkus in die Mobilhalterung eingestöpselt werden muss. Die Anbringung des PocketPCs an der Windschutzscheibe erfolgt mit einem stabilen Schwanenhals mit kräftigem Saugfuß. Leider lässt sich der PocketPC anfänglich nur widerwillig in die Mobilhalterung quetschen und verlässt diese augenscheinlich auch nur sehr ungern wieder. Die dafür verantwortlichen Gumminasen müssen sich wohl erst abarbeiten.

Fazit
Kollegen, die im Augenblick auf der Suche nach einem PocketPC sind und diesen auch als Navigationssystem einsetzen möchten, kann ich guten Gewissens zum Kauf eines A632 raten. Das Arbeiten mit dem neuen mobilen Windows macht auf dem Gerät mit der eingebauten Hochleistungsantenne richtig Laune. Für einen Straßenpreis von knapp 500 Euro erhält der Käufer ein wirkliches brauchbares Stück Hardware, zusammen mit einer Navigationslösung für Westeuropa.

ASUS-Homepage

URL Kurz-URL dieser Seite: http://www.lehrerrundmail.de/url/?a632

Kommentar hinterlassen zu "ASUS MyPal A632 im Test"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*