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02.04.2008

Google Apps in der Schule

Google stellt für Schule eine die “Education”-Variante der Google Apps kostenlos zur Verfügung. Für die Pestalozzi-Schule Schweinfurt habe ich Google Apps eingerichtet und bin durchaus angetan vom Ergebnis.

Google Apps ermöglicht es, den Schülern und Lehrern Google Mail-, Google Kalender-, Google Text & Tabellen und Google Talk über die eigene Domain zur Verfügung zu stellen. E-Mail-Adressen und Benutzernamen enden dann ebenfalls mit dem Domainnamen, also etwa hans.wurst@tolle-schule.de. So ist es nicht mehr notwendig, dass sich ein Schüler bei diesen verschiedenen Diensten anmeldet – eine Anmeldung bei einer zentralen Startseite, die der Administrator frei anpassen kann, genügt. Die komplette Benutzerverwaltung liegt ebenfalls in der Hand des Administrators vor Ort, sodass er sich beispielsweise um vergessene Passwörter o.ä. kümmern darf. Ein großer Vorteil ist der automatische Abgleich von Kontaktinformationen über das System. Es genügt, wenn der Benutzer z.B. beim Schreiben einer E-Mail oder beim Freigeben eines Dokuments den Vor- oder Nachnamen eingibt – Google Apps ergänzt automatisch zum vollständigen Benutzernamen. So ist es auch für schwächere Schüler ein leichtes, z.B. die Termine des Lehrerkalenders in ihren privaten Google Kalender einzubinden. Sicherheitseinstellungen bewirken dabei, dass z.B. Dokumente oder Kalender nur innerhalb der Domain freigegeben werden können. Auch für die anderen Anwendungen lässt sich das Verhalten nach außen und innerhalb der Domain unterschiedlich einstellen.
Eine nette Spielerei ist die frei konfigurierbare Startseite, für Einzelanwender auch als iGoogle bekannt. Der Administrator legt einmal das Erscheinungsbild und die einzelnen ‘Gadgets’ fest, die angezeigt werden sollen. Nach dem Anmelden kann jeder Nutzer seine Startseite frei anpassen – wobei ich mir hier die Möglichkeit wünschen würde, dass zumindest der Inhalt einer Spalte durch Schülerhand nicht mehr zu ändern wäre.

Die Einrichtung von Google Apps erfordert einige Kenntnisse, obgleich man sich durch zahlreiche Hilfetexten an die Hand genommen fühlt. Zur Verifizierung, dass man berechtigt ist, Google Apps für die gewünschte Domain zu benutzen, muss eine kleine HTML-Datei auf den Server hochgeladen werden. Innerhalb weniger Stunden wird diese von Google überprüft und der Account freigegeben. Etas komplizierter ist die Nutzung von Google Mail mit passender Domain-Endung. Hierfür müssen die MX-Datensätze in den DNS-Einstellungen beim Provider geändert werden. Google liefert zwar auch hier eine ausführliche Hilfe mit, orientiert sich dabei aber vor allem an US-Hostern, sodass man hierzulande etwas tiefer in den Eingeweiden des Domain-Anbieters wühlen muss. Wem das zu umständlich oder zu gefährlich erscheint (ich hatte ein bisschen Angst davor, den E-Mail-Verkehr meiner Chefin mit Regierung und Co. zum Erliegen zu bringen), kann sich alternativ eine Domain bei dyndns.com oder ähnlichen Diensten anlegen (so hab ich’s gemacht).

Im folgenden beschreibe ich die Vorgehensweise bei dyndns.com, weil selbst diese Variante für Einsteiger abschreckend wirken kann:
Im ersten Schritt muss der interessierte Admin auf den Seiten von dyndns.com einen kostenlosen Account mit passenden Benutzerdaten anlegen. Mit “Add Hosts Service” legt man nun eine eigene Domain zu. Zur Auswahl stehen zahlreiche Second-Level-Endungen, die Zeichen davor darf man beliebig füllen, sodass am Ende etwas wie “lozzi.dyndns.org” herauskommt. Als Service kann man gefahrlos einen “WebHop redirect” auf die ursprüngliche Schulhomepage oder sonst irgendwo hin anlegen. Wichtig für das Funktionieren der Google-Mailadressen ist die Einstellung “Mail Routing” bei dem das Häckchen aktiviert werden muss. Im nachfolgenden Fenster trägt man nun wie bei Google beschrieben “aspmx.l.google.com” und setzt das Knöpfchen bei “Primary”. Mit diesen Einstellungen wird dafür gesorgt, dass fortan alle Mails beim Maildienst von Google Apps landen und so lassen sich dann Mailadressen wie “hans.wurst@lozzi.dyndns.org” mittels der Google-Benutzerverwaltung erstellen.

Hat man sich für die Education-Ausgabe von Google Apps entschieden, bekommt man über kurz oder lang eine Mail von Google, in der man mit geeigneten Angaben nachweisen muss, dass es sich wirklich um eine Schule handelt. Dabei ist es mit Schulname, Adresse, Web-Adresse und ähnlichem getan, anderweitige Nachweise sind nicht erforderlich. Das Heraufstufen von Privat zu Education erfolgt innerhalb einiger Tage.

Meine Schüler waren von ersten Tests der Oberfläche und der einzelnen Anwendungen durchaus angetan. Gerade die Möglichkeit, ortsunabhängig auf alle Informationen und Applikationen zuzugreifen, macht einen großen Reiz aus. Im Moment läuft Google Apps nur im Testbetrieb mit zwei Klassen. Wie die Verwaltung der Benutzer und der Domain aussieht, wenn die ganze Schule Zugang hat, bleibt sicher spannend :-)

Startseite der Pestalozzi-Schule: http://partnerpage.google.com/lozzi.dyndns.org
Google Apps für Schulen: http://www.google.com/a/edu/?hl=de

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© Lehrerrundmail.de
von Holger in Computer im Unterricht, Medien, Systembetreuer

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Datum: 02.04.2008 | Kategorie: Computer im Unterricht, Medien, Systembetreuer | RSS-Feed Antworten verfassen | Trackback

4 Antworten to “Google Apps in der Schule”

  1. netzlernen.ch - Google Apps in der Schule says:

    [...] Lernen    Von miriam um 20:52Holger Hunger vom Lehrerrundmail berichtet von seinen ersten Erfahrungen mit dem Einsatz von Google-Apps für die Pestalozzi-Schule in Schweinfurt und gibt ein paar Tipps zur Installation. Google Apps [...]

  2. scheppler says:

    Hallo,
    ich finde den Einsatz der google apps an Schulen sehr interessant und hab selber auch mit dem Gedanken gespielt. Was mich hat zurückschrecken lassen sind die AGB von google. Hier haben wir es doch mit einem Anbieter zu tun, der unverhohlen zugibt, die eingespeisten Daten zu speichern, zu durchsuchen und wieder zu verwerten. Ich frage mich, ob und wie ich evtl. rechtliche Probleme bekomme, wenn ich derartige Plattformen im Unterricht einsetze, auf die ich keinen vollen Zugriff habe und auch Speicherung von Schülerdaten durch Dritte zustimme.
    Ich weiß, dass klingt mal wieder recht destruktiv, aber nachdem ich durch meinen Ausbilder eindringlich gewarnt wurde, bin ich da etwas skeptisch geworden. Wie sehen das andere? Gab/Bibt es da Probleme?
    Viele Grüße aus Frankfurt by http://www.blog.initiatived21.de

  3. BullinoBlog » Google beobachtet dich! says:

    [...] ist auch das alles kostenlos und mit wenig Aufwand zu bewerkstelligen. (Nebenbei: Holger von Lehrerrundmail.de hat das mal genauer angeschaut.) Wer nur Kurz im Web recherchiert findet einige Websites, die [...]

  4. daniel says:

    @scheppler

    ich würde das ähnlich wie du sehen, google ist bestimmt kein mildtätiger Verein – die wertvollste Firma der Welt will auch gern Geld verdienen – und das geht nur über eine laxe AGB zur späteren Weiterverwertung.

    Wobei die Features natürlich für die meisten Schulen ganz großes Kino und gewiss auch nützlich sind. Ähnliches bekommt man sonst mit einem Exchangeserver mit Outlook Web access und einer Active Directory Domain mit Sharepoint Services hin. Das kostet gut Geld in der Anschaffung und braucht vor allem Expertise…

    Ist halt wie immer bei google, man bekommt was tolles aber die Rechnung kommt dann später.

    Kurz: ich halte es da wie der Ausbilder von scheppler und rate meinen Studenten davon ab^^

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