Das Gleichgewicht der biologischen Vielfalt ist in Gefahr

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Wenn Medien über den Klimawandel berichten, dann meistens über den starken Temperaturanstieg oder Verwüstungen und Überflutungen durch Extremwetterereignisse. Viele übersehen dabei aber einen weiteren wichtigen Punkt: Und zwar die Bedrohung der biologischen Vielfalt. Diese Vielfalt, auch Biodiversität genannt, umfasst sowohl die verschiedenen Lebensräume und Lebenslandschaften (Ökosysteme) als auch die Anzahl und Vielfalt der verschiedenen Arten (Artenvielfalt). Aber warum ist die Biodiversität für uns Menschen so wichtig?
Ein Aspekt, der für uns Menschen eine bedeutende Rolle spielt, ist die Nutzung von Pflanzenextrakten in der Medizin. Die Natur stellt fast 70.000 Nutzpflanzen für die Ver- und Anwendung im medikamentösen Heilungsprozess bereit. Sehr viele Medikamente, wie wir sie aus der Apotheke kennen, beinhalten pflanzliche Wirkstoffe, die Genesungsprozesse im Körper anregen oder unterstützen. Zudem kann aus den verschiedenen biologischen Abwicklungen in der Natur gelernt werden. So können durch biochemische Studien und Forschungen neue Heil- und Arzneimittel entwickelt werden.
Durch die Veränderung des Klimas und der damit verbundenen Folgen, werden viele Pflanzenarten bedroht. Ihre vertrauten Ökosysteme verändern sich und müssen sich neuen Bedingungen anpassen. Dadurch wird die Artenvielfalt neuen Umständen und Risiken ausgesetzt. Wärmere Temperaturen, mehr oder weniger Niederschlag, Bodenerosionen – all diese Faktoren stellen eine Gefahr für die Artenvielfalt dar, weil sie so aus ihrem biologischen Gleichgewicht geraten. Daher gilt es, die Ökosysteme der verschiedenen Arten zu schützen, da sie im Sinne der Natur arbeiten. Sie absorbieren CO2, hemmen die Gefahr von Hochwasser und geben dem Boden wichtige Nährstoffe, die Erosionen verhindern können. Dadurch ist es dem Menschen z.B. möglich, regelmäßig Obst und Gemüse anzubauen.

Gleichgewicht durch Insekten
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Veränderung des Nahrungsnetzes, das durch Insekten im Gleichgewicht gehalten wird. Bodengewächse und andere Pflanzen werden von Bienen und sonstigen Insekten bestäubt. Zudem sind sie Grundnahrungsmittel für Pflanzenfresser. Diese sind in der Nahrungskette von Fleischfressern, die wiederum in der Kette vom Menschen sind. Schlussendlich gelangen die Organismen und die Nährstoffe alle zurück in die Natur, die diese verarbeitet und erneut bereitstellt. Wenn durch den Klimawandel Bienen und Insekten vertrieben und/oder ausgerottet werden, entstehen Lücken sowie Umstrukturierungen in den Nahrungsabläufen. Dies kann gravierende Folgen für die Artenvielfalt haben.
Bienen, Schmetterlinge, Hummeln und viele andere Blütenbestäuber bilden ein elementares Konstrukt der Bestäubung in Ökosystemen. In asiatischen Ländern wird durch den Einsatz von Pestiziden und anderen Schutzmitteln der Bestand von Insektenarten radikal reduziert. In Deutschland beispielsweise, sind noch rund 500 Arten von Wildbienen vorhanden, die in den letzten Dekaden einen extremen Rückgang erlebt haben. Und der Rückgang von deutschen Insektenarten ist ein wichtiges Zeichen für die Veranschaulichung dieser gefährlichen Entwicklung der Biodiversität.

Was kann jeder Einzelne tun?
EU-Länder, wie unser Klima-Aushängeschild Schweden, bemühen sich stark um den Erhalt der biologischen Vielfalt. Sie minimieren den Pestizid-Einsatz über die Hälfte. Politik und Regierungen sind jetzt gefragt, die Rahmenbedingungen für den Schutz der Biodiversität aufzustellen. Nichtsdestotrotz ist es nicht nur Aufgabe der Politik, die biologische Vielfalt der unterschiedlichen Ökosysteme und Vielfalten zu schützen. Jeder selbst – Unternehmen, Privatpersonen, Selbstständige – sollte sich fragen, welche Handlungen er tätigt und welche Auswirkungen diese Handlungen auf Natur, Ökosysteme und Arten haben. Der Finanzdienstleister UDI aus Nürnberg macht´s zum Beispiel so: er investiert Anlegergelder seit 20 Jahren nur in Erneuerbare Energie und grüne Immobilien und trägt so zur Energiewende bei.
Um die Biodiversität zu wahren, sollte man zum Beispiel in seinem Garten oder Balkon komplett auf chemische Produkte wie Pestizide oder Düngemittel verzichten. Grund dafür: viele Tiere und Insekten finden dort ihre Nahrung. Die Größe des Gartens oder Balkons ist dabei nicht entscheidend, sondern die unterschiedliche und abwechslungsreiche Bepflanzung. Außerdem kann man den Wildbienen mit einer Nisthilfe das Leben erleichtern und somit ihre Vielfalt fördern.

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