1. Januar 2018, 6 Uhr morgens: 100 %

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Quelle: UDI/Baumgarten

Als viele noch schliefen, andere so langsam ins Bett gingen, wurde quasi unbemerkt erstmals in der deutschen Geschichte dieser Wert erreicht: 100 % des deutschen Strombedarfs wird über Ökostrom gedeckt!

Eigentlich ein Grund zum Freuen. Denn auch wenn es ein klassischer verbrauchsschwacher Tag ist, zeigt es doch deutlich: Es geht!

Interessant auch der Zeitpunkt: Um 6 Uhr morgens war die Sonne noch gar nicht aufgegangen, sprich Deutschlands Solaranlagen haben zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht produziert …. 85 % des Ökostroms kam von Windrädern, der Rest aus Biomasse und Wasserkraft.

Der Wermutstropfen: die konventionellen Kraftwerke liefen und lieferten weiter. Denn ungeachtet allen Steigerungsraten bei Ökostrom erzeugen diese „alten“ Kraftwerke, vor allem die Kohlekraftwerke, weiter Strom. Mehr als gebraucht wird. „Inflexible Großkraftwerke behindern die Energiewende“, war auch das Fazit von Rainer Baake, zuständiger Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium.

Jetzt geht der Strom zu Spottpreisen ins Ausland – netto waren es 2017 genau 60,2 Mrd. kWh und damit 7 % mehr als im Vorjahr.

2017 wurden insgesamt 548 Mrd. kWh Strom netto erzeugt. Folgende Anteile hatten die einzelnen Erneuerbare-Energien-Arten an dieser Nettostromerzeugung:

  • Wind 103,6 Mrd. kWh = 18,8 %
  • Solar 38,4 Mrd. kWh =    7 %
  • Biomasse 47,7 Mrd. kWh =    8,7 %
  • Wasserkraft 20,9 Mrd. kWh =    4 %

Bedauerlicherweise ist der Anteil der Erdgaskraftwerke gegenüber 2016 gesunken. Bedauerlich deshalb, weil Gaskraftwerke im Vergleich zu Kohlekraftwerken vergleichsweise „sauberen Strom“ produzieren, also mit weit weniger klimaschädlichen Emissionen. Weiter gesunken ist der Anteil von Atomkraftwerken, auf nunmehr 13,0 % (minus 10 % zum Vorjahr). Quelle: Fraunhofer ISE, Strom-Report, eigene Berechnungen

Immer noch hoch liegen Braunkohle mit 24,4 % (kaum Veränderung gegenüber 2016) sowie Steinkohle mit 15,2 % (minus 16 %). Hier zeigt sich genau das Problem, warum Deutschland auch seine Klimaziele nicht erreicht: Kohlestrom ist immer noch preiswert in der Herstellung, da die Kraftwerke komplett abgeschrieben sind. Kohlekraftwerke sind also sehr rentabel für die Betreiber. Und politisch ist es ein „no go“, über einen Kohleausstieg auch nur laut nachzudenken. Schade.

Die einzige Möglichkeit, dem ganzen Einhalt zu gebieten und die klimaschädlichen CO2-Emmissionen zu reduzieren: immer mehr Ökokraftwerke schaffen. Geld schafft Fakten. Viele Unternehmen investieren inzwischen nur noch in Ökokraftwerke und ziehen ihr Geld aus Kohle- und Atomkraftwerken zurück. Google, Apple, Amazon, aber auch E.on, Ikea, Allianz haben eigene Wind- und Solarparks. Die Autobauer VW und Audi investieren ebenfalls kräftig in Erneuerbare Energien. Geldanlagen in Erneuerbare Energien nehmen auch bei privaten Kapitalanlegern immer mehr zu. Einer der Marktführer, wenn es um solide grüne Festzins-Anlagen geht, ist UDI aus Nürnberg.

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