Mit Filius Netzwerktechnik lernen

Filius Screenshot

Filius Screenshot

Um sich als Systembetreuer, Informatiklehrer oder Schüler in die Grundlagen der Netzwerktechnik bzw. –logik einzuarbeiten, braucht es neben dem grundlegenden Verständnis eine ganze Menge praktischer Erfahrung, die sich nur mit Üben sammeln lässt. Nun sind die Computernetzwerke, auf die man zuhause oder in der Schule trifft, in der Regel wenig geeignet, um damit weitergehende Experimente durchführen zu können. Bereits ein zusätzlicher DHCP-Server in einem Schulnetz sorgt meist dafür, dass gar nichts mehr geht. Zuhause steht recht schnell der Familienfrieden auf dem Spiel, wenn man aus reiner Neugier die Fritzbox umkonfiguriert. Es muss also ein Übungsnetz her. Flugs besorgt man sich dazu drei PCs oder Notebooks, einen Switch, und einen (oder besser gleich zwei) Router und eine entsprechende Menge an Patchkabeln um verschiedene Netzwerktopologien untersuchen zu können. Und bereits beim Durchlesen des letzten Satzes wird klar, dass das für den Normalanwender ohne Netzwerklabor kein gangbarer Weg sein kann (außerdem sieht das heimische Wohn- oder Arbeitszimmer schnell aus wie auf diesem Foto aus einem Netzwerk-Kurs).
"Strukturierte Verkabelung" unter Laborbedingungen :-)

„Strukturierte Verkabelung“ unter Laborbedingungen 🙂

Eine Alternative in Form eines kostenlosen Stück Java-Softwares ist Filius. Filius wurde an der Uni Siegen entwickelt und erlaubt es, ein frei konfigurierbares, virtuelles Netz auf dem PC zu erschaffen. Neben der Platzierung der Geräte wie PCs, Notebooks, Switche und Routern muss bzw. kann jedes Gerät ins logische IP-Netzwerk eingebunden werden. Darüber hinaus lassen sich auf den virtuellen PCs genauso virtuelle Anwendungen installieren, mit deren Hilfe sich Traffic in Form von Pings, Web-Requests, E-Mails, etc. simulieren lässt – natürlich nur, wenn vorher die IP-Adressvergabe und die restliche Logik stimmig eingerichtet sind.
Neben der eigentlichen Filius-Software gibt’s ein umfassendes Skript zum Download und passende Aufgaben, die durchaus einiges an netzwerktechnischem Sachverstand erfordern. Wem das Experimentieren an der eigenen Filius-Umgebung auf die Dauer zu langweilig wird, kann sich mit Hilfe des virtuellen Modems mit anderen Filius-Rechnern im eigenen (diesmal dem echten lokalen) Netz verbinden, sodass auf diese Art noch mehr Spiel- bzw. Experimentierspaß aufkommt.
Filius ersetzt bei mir und mitunter auch in unseren Schulnetz-Kursen die in die Jahre gekommene Packet Tracer-Software von Cisco und bietet neben der moderneren Oberfläche noch den großen Vorteil, dass Filius absolut kostenlos erhältlich ist. Durch die Java-Unterlage ist Filius sowohl unter Windows als auch unter Linux und auf dem Mac einsetzbar.
http://www.lernsoftware-filius.de/

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