Keine Kohle für die Kohle…

Baum aus MünzenWerbung
Große Freude im Dezember: auf dem Pariser Klimagipfel wurde Historisches erreicht – alle teilnehmenden Staaten unterschrieben die Verpflichtung zur CO2-Reduktion und zum Klimaschutz. Doch leider entspricht das, was hier zuhause passiert, nicht dem Bekenntnis in Paris. Zumindest was die deutsche Regierung betrifft.
Denn Bundeswirtschaftsminister Gabriel hat den Energiekonzernen Entschädigungszahlungen von gesamt 1,61 Mrd. Euro für die Abschaltung von Braunkohlekraftwerken zugesagt. Kohlekraftwerke sind für die Energiekonzerne sehr rentabel – also zahlt man ihnen quasi eine „Stilllegungsprämie“, damit sie sie nicht weiter betreiben. Allerdings bleiben die insgesamt 2.700 Megawatt Leistung als „Kapazitätsreserve“ erhalten, werden also noch nicht ganz abgeschaltet. Dieser „goldene Handschlag für altersschwache Kohlekraftwerke“ wird mit 0,05 Cent je Kilowattstunde auf den Strompreis umgelegt. So „dürfen“ wir alle über unsere Stromrechnung indirekt dafür zahlen …
Außerdem unterstützen viele Privatbürger mit ihrem Geld Kohlekraftwerke. ohne es zu wissen. Nämlich ebenfalls indirekt, indem sie ihr Geld oder Konten bei Banken haben, die Kohleminen oder Kohlekraftwerke finanzieren. Eigentlich sollte das Motto generell „keine Kohle für die Kohle“ lauten. Die aktuelle Rangliste der größten „Finanzierer von Kohle“ zeigt leider eine andere Realität.
Grundlage der „Kohle“-Rangliste der Nichtregierungsorganisation Banktrack sind die Investititionen der jeweiligen Kreditinstitute in den Kohlesektor zwischen 2005 und 2014.
Die Liste der „Kohle“-Banken weltweit:

  1. Citi Group
  2. JP Morgan Chase
  3. RBS

Und für Deutschland sieht es so aus:

  1. Deutsche Bank (Platz 10 weltweit)
  2. Commerzbank (Platz 21 weltweit)
  3. DZ Bank

Auch die in Deutschland vertretenen ING (mit ING DiBa) und Santander finden sich mit den Plätzen 28 und 33 wieder.
Auffällig: sowohl Deutsche Bank als auch Commerzbank sind leider auch führend bei der Finanzierung von Atomwaffenherstellern. Erfreulich aber: Im Vorfeld des Pariser Klimagipfels hatten sich bereits sechs Banken offiziell gegen die „Kohlefinanzierung“ bekannt, darunter die deutsche Ethikbank und Umweltbank. Mehr Informationen und die komplette Liste bei Coalbanks.org.
Daher die Empfehlung: Nicht nur bei einer Geldanlage selbst überprüfen, ob sie Ihren Ansprüchen für den Klimaschutz genügt, sondern auch beim Tagesgeldkonto und beim Girokonto – eben beim kompletten Finanzdienstleister selbst. Denn auch wer indirekt in Kohlekraft investiert, ist damit für die Erderwärmung mit verantwortlich …. Garantiert Kohlekraft-freie Geldanlagen bietet zum Beispiel seit 1998 der grüne Finanzdienstleister UDI an.

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